Content Commerce: Warum Content Marketing im Online Shop so wichtig ist

Content Marketing wird im E-Commerce immer wichtiger.

Der E-Commerce wächst immer weiter und Menschen kaufen Produkte und Dienstleistungen vermehrt online. Dies verschärft nicht nur die Konkurrenzsituation der Online Shops, sondern führt zwangsläufig auch zu einem Umdenken in der Online Marketing Branche: SEO Content reicht nicht mehr aus. Denn nur Inhalte, die dem Nutzer einen Mehrwert liefern, setzen sich langfristig durch. In diesem Artikel erfährst Du, wie Du Content Marketing erfolgreich im E-Commerce einsetzen kannst und welche Vorteile sich für Deinen Online Shop ergeben. Content Marketing und E-Commerce verschmelzen somit zum Begriff Content Commerce.

Content Marketing und Online Shops sind unzertrennlich

Content Marketing ist der Katalysator, der jede Aktivität Deines Marketings unterstützt. Mit hochwertigen Inhalten kannst Du als E-Commerce-Unternehmen in einem Schritt Deine Markenbekanntheit stärken, Dein Suchmaschinenranking verbessern und Deine Conversion Rate steigern. Insbesondere Letzteres bereichert Dein Unternehmen, denn Conversions sind das Herzblut eines erfolgreichen Online-Shops.

Im E-Commerce solltest Du Content Marketing vor allem nutzen, um einen Mehrwert für die Nutzer:innen zu schaffen und Dich dadurch von der Konkurrenz abzuheben. Außerdem kann Dein Content die Beratung Deiner potenziellen Kund:innen übernehmen und sie abholen, bevor sie eine Kaufentscheidung getroffen haben. Online Shopping wird dadurch zum Erlebnis und Content Commerce kombiniert die Elemente des Content Marketing mit der Buyer’s Journey im E-Commerce. Dein Content verschmilzt somit mit dem eigentlichen Shopping-Vorgang: Die Inhalte begleiten die potenziellen Kund:innen durch den Kaufprozess und fungieren als digitale:r Berater:in.

Die perfekten Formate für Unique Content im E-Commerce

Während in der Vergangenheit nur Google & Co. beziehungsweise die Rankings bei der Erstellung von Content im Vordergrund standen, sind nun die User:innen selbst im Fokus. Interessante und einzigartige Inhalte sollen somit nicht nur zu mehr Traffic führen, sondern auch Besucher:innen auf die Website bringen, sie dort halten und maßgeblich zur Kaufentscheidung beitragen. Im Grunde genommen bedeutet das im E-Commerce: Schaffe Deinen potenziellen Kund:innen ein positives Kauferlebnis, das Deinen Online Shop von anderen unterscheidet. Hierfür solltest Du Dir immer klar machen, welche Zielgruppe Du mit Deinem Produkt oder Deiner Dienstleistung ansprechen möchtest und welche Probleme der potenziellen Kund:innen damit gelöst werden können.
Um mit originellem Content auf Dein E-Commerce aufmerksam zu machen, bieten sich verschiedene Formate an, von denen Du als digitale:r Ladenbesitzer:in profitieren kannst:

Detaillierte Produktbeschreibungen

Viele Online-Shops neigen dazu, die Beschreibungen der Hersteller für ihre Produkte zu übernehmen. Leider wird dadurch weder ein Mehrwert für die Nutzer:innen geschaffen, noch werden positive Signale an die Suchmaschinen gesendet – Stichwort Duplicate Content. Eine optimale Produktbeschreibung sollte daher nicht nur alle Funktionen Deines Produktes umfassen, sondern Deinen potenziellen Kund:innen aufzeigen, welche Vorteile es ihnen liefert. Erzähle am besten anhand einer Geschichte, warum Dein Produkt ihr Leben verbessern kann – Stichwort Storytelling. Auch vermeintlich „einfache“ Produkte bieten Potenzial für hochwertigen Content hinsichtlich der richtigen Benutzung, Pflege oder Vermeidung von Problemen.

Informative Kategorietexte

Wenn Du mehr als ein spezifisches Produkt oder eine Gruppe von Produkten verkaufen möchtest, sollten Kategorietexte in Deinem Online Shop nicht fehlen. Mithilfe von Produktkategorien behalten Deine potenziellen Kund:innen immer den Überblick und werden beim Kauf auf Deiner Website angeleitet. Lege hierbei stets Wert darauf, die Nutzer:innen ausführlich über den Inhalt einer Kategorie sowie über die Eigenschaften der angebotenen Produkte zu informieren. Kategorietexte sind meist wichtiger als die Beschreibung der Produkte selbst: Denn sobald der Informationsbedarf in der Kategoriebeschreibung gedeckt wird, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Interessent:innen die einzelnen Produkte anklicken anstatt zu einem anderen Shop zu wechseln.

Ratgeber, Tutorials und Expertentipps

Alle drei Content-Variationen bieten Dir die perfekte Möglichkeit informative Inhalte zur Verfügung zu stellen. Somit lieferst Du Deinen potenziellen Käufer:innen nicht nur einen Mehrwert in Form von nützlichen Hilfestellungen und Problemlösungen, sondern unterstützt sie auch in ihrer persönlichen Kaufentscheidung. Durch hilfreichen Content zeigst Du Deine fachliche Kompetenz und wirst somit als Expert:in in Deiner Branche wahrgenommen. Dies schafft Vertrauen und steigert die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher:innen direkt in Deinem Online Shop einkaufen. Mit Ratgebern, Tutorials und Expertentipps kannst Du es zudem schaffen, Nutzer:innen auf Deine Website aufmerksam zu machen, die ursprünglich gar keine Kaufabsicht hatten.

FAQs und Glossare

Das Beantworten der meistgestellten Fragen sowie passende Begriffserklärungen zu Deinem Angebot können ebenfalls dazu verhelfen, Expert:innenwissen zu vermitteln und eine Vertrauensbasis zu schaffen. Auch hier lautet die Devise: Hilfreiche Informationen unterstützen die Kund:innen in ihrem Kaufprozess und bieten einen Mehrwert für Dein E-Commerce. So werden beispielsweise typische Bedenken bezüglich des Versands, der Retoure oder des Käuferschutzes angesprochen und entkräftet. Dies gibt Interessierten oftmals den letzten Ausschlag eine Bestellung durchzuführen.

Whitepaper und eBooks

Für Themen, wie Neuheiten und Trends in Deiner Branche oder Tipps zu Deinen Produkten oder Dienstleistungen, eignen sich vor allem Whitepaper oder eBooks. Sie sind teilweise um einiges umfangreicher als anderweitiger Content in Deinem Online Shop, können aber Fragen und Probleme der User:innen bestens aufgreifen. Zudem kannst Du mit Detailinformationen und Expert:innenwissen punkten. Hier sollte nicht nur die inhaltliche Qualität dem Angebot Deines Shops entsprechen, im besten Fall stellt auch das Layout-Design ein Verkaufsargument dar.

Blogs und Magazine

Blogbeiträge und Magazinartikel sind eine tolle Möglichkeit abwechslungsreichen und unterhaltsamen Content bereitzustellen. Die Auswahl der Themen ist hier nahezu grenzenlos und Du sprichst Seitenbesucher:innen auf Augenhöhe an. Der Schlüssel zum Erfolg ist hierbei eine gute Balance zwischen Informationsgewinn und Unterhaltung. Blogs und Magazine sollten demnach nicht als reine Werbeplattform genutzt werden, sondern Deine Leser:innen mit Geschichten über Dein Unternehmen oder Deine Branche versorgen. Dadurch bleibst Du ihnen im Gedächtnis. Zusätzlich kannst Du die Produkte aus Deinem Online Shop an passenden Stellen verlinken und somit gleichzeitig zum Kauf anregen.

Infografiken, Videos und Podcasts

Visueller und audiovisueller Content sowie vertonte Inhalte haben sich ebenfalls als beliebte und erfolgversprechende Formate innerhalb des E-Commerce etabliert. Heutzutage wollen sich Menschen schließlich möglichst schnell und unkompliziert informieren. Durch die benutzerfreundliche Aufbereitung bietest Du User:innen nicht nur nützliche Informationen und eine spannende Experience, sondern kannst sie mit Deinen Infografiken, Videos oder Podcasts auch unterhalten.

Tipps und Tricks für Dein Content Commerce

  • Nutze die Sprache Deiner Zielgruppe und beschreibe die Marken- und Produktwelten, die Du den User:innen bietest.
  • Vermeide Textwüsten und strukturiere Deinen Content optisch ansprechend, etwa durch Zwischenüberschriften und Grafiken.
  • Bringe Deinen Content mittels Social Media und Distributionsplattformen unter die Leute und mache durch Gastbeiträge oder Newsletter auf Dein Unternehmen aufmerksam.
  • Betrachte Content Marketing nicht als einmalige Optimierungsmaßnahme, sondern als einen fortlaufenden Prozess – pflege und aktualisiere Deine Inhalte dementsprechend.

Content Marketing im E-Commerce: Die Vorteile im Überblick

Content Marketing hilft Dir dabei, den Bekanntheitsgrad Deines Online Shops zu steigern und Deine Marken-Awareness zu verbessern. Zielgruppenrelevante Inhalte erreichen die User:innen und informieren über Dein Unternehmen und Deine Produkte. Schaffe mit einzigartigen Inhalten ein positives Nutzererlebnis und bleibe so im Gedächtnis Deiner Besucher:innen.

Durch hochwertigen und relevanten Content schaffst Du es Internetnutzer:innen auf Deine Seite zu bewegen. So kannst Du User:innen, die ohne Kaufabsicht auf Deinen Shop gestoßen sind, als Kund:innen gewinnen. Content, der auf die Bedürfnisse Deiner Leser:innen eingeht und hilfreiche Tipps oder Anregungen bereithält, wird immer wieder gerne gelesen. Du kannst Deinen Kund:innen somit auch nach dem Kauf einen Mehrwert bieten. Regelmäßig aktualisierte Inhalte oder weiterführende Informationen zu Deinem Produkt bestätigen zudem, dass Du Expert:in bist und Kund:innen Dir vertrauen können.

Hochwertige und relevante Inhalte bewegen User:innen dazu, Deinen Online Shop zu besuchen und möglichst lange auf Deiner Seite zu bleiben. Zweiteres kann vor allem Deine Position in den Suchergebnissen positiv beeinflussen. Content Marketing im E-Commerce stellt somit eine wichtige Möglichkeit dar, Dein Suchmaschinenergebnis zu verbessern und den Traffic auf Deiner Website zu steigern. Behalte jedoch im Hinterkopf, dass der Content in erster Linie für Deine Leser:innen und Kund:innen entwickelt werden sollte und nicht nur für Suchmaschinen.

Fazit

Content ist der beste Verkäufer: Einzigartige und informative Inhalte generieren Sichtbarkeit in Suchmaschinen und erzeugen Awareness für Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen. Mit Content Marketing ist es möglich, den Entscheidungsprozess bei potenziellen Käufer:innen zu lenken, sich gegen die starke Konkurrenz im E-Commerce zu behaupten und die eigene Marke zu schärfen.

Die Entwicklung des Content Marketings

Content Marketing – jeder kennt es, aber kaum jemand weiß, woher der Begriff und das Konzept tatsächlich stammen. Vor allem im Laufe der letzten Jahre hat das Content Marketing stark an Relevanz dazugewonnen und sich gewandelt.  In diesem Artikel gehen wir sowohl dem Ursprung als auch der Entwicklung des Content Marketings bis heute auf den Grund.

Die Entstehung des Begriffs

John F. Oppendahl war der „Erfinder“ des Begriffs Content Marketing. 1996 arbeitete er als Redakteur für die Arizona Republic und stieß die Diskussion an, wie eine Zeitung effektives Marketing betreiben kann in Bezug auf Content. In Folge dessen entstand ein Artikel mit dem Titel Roundtable: Content Marketing.

Darauf aufbauend gründete 2007 Joe Pulizzi das Content Marketing Institute. Sein Ziel war es, Unternehmen die Möglichkeit zu bieten hochwertiges Marketing mithilfe von Content zu betreiben. Sein Institut ist bekannt dafür Workshops, Trainings und vieles mehr zu bieten, damit Interessenten das dafür nötige Handwerk erlernen.

Es war einmal: Die Anfänge des Content Marketing

Die Anfänge des Content Marketings sind stark umstritten. Der Hauptgrund dafür ist wahrscheinlich, dass es damals noch keiner direkt als Content Marketing betitelt hat. Dementsprechend ist das Konzept älter als die Bezeichnung dafür. Eine Möglichkeit für die Anfänge lässt sich auf das Jahr 1732 zurückführen. Wir alle kennen den vermeidlichen Gründer, da es sich hierbei um keinen geringeren als Benjamin Franklin handelt. In seinem Schreiben Poor Richard’s Almanack verfolgte er das Ziel seinen Druckereibetrieb bekannt zu machen und publizierte jährlich eine Neuauflage.

Den Anfang in Deutschland machte August Oetker. Er verkaufte sein heute noch erhältliches Backpulver bereits 1891 in kleinen Tütchen. Um dem Käufer noch einen zusätzlichen Mehrwert zu liefern und etwas Neues zu bieten, druckte er auf die Rückseite der Verpackung ein Rezept.

Entwicklung des Content Marketings im 21. Jahrhundert

Nachdem sich das Konzept von Content Marketing langsam etabliert hatte, zogen auch bekannte Giganten mit. Hier findest du ein paar Beispiele, wie und wann große Unternehmen ins Content Marketing eingestiegen sind:

Microsoft

Channel 9 ist der 2004 erstellte Business Blog von Microsoft, betrieben von Entwicklern und Technikenthusiasten. Die Umsetzung von Content erfolgt durch Shows oder Veranstaltungen. Die Seite zielt einzig und allein darauf ab Leuten einen Ort zum Austausch zu bieten. Sowohl innerhalb der Videos wird diskutiert, aber auch jeder Nutzer kann sich hier einbinden.


Coca Cola

Coca Cola begann bereits 2012 viel Wert auf Content Marketing zu legen. Ganze Kampagnen wurde hierfür in eine Content Strategie eingebettet und nicht auf Profit ausgerichtet. Auch deren Magazin Journey wurde zu dieser Zeit auf dem deutschen Markt etabliert. Hier wandte sich die Marke bewusst vom kommerziellen Geschäft ab und setzte den Fokus auf redaktionelle Inhalte, welche informativ, diskutierbar, aber auch unterhaltsam sein sollten.

Ikea

Der wohl bekannteste Möbelriese IKEA integrierte 2017 ein Element, welches eindeutig ins Content Marketing eingeordnet werden kann. In dessen Katalog waren ab diesem Zeitpunkt nicht nur die Produkte zu finden, sondern auch Kochreportagen, DIY Ideen für Sommerpartys und vieles mehr. Hier rückt ebenfalls der kommerzielle Gedanken in den Hintergrund und spannende Inhalte in den Vordergrund.

 

Heute und morgen

Die Digitalisierung, der steigende Druck am Markt und viele weitere Einflüsse tragen aktuell dazu bei, dass Content Marketing stetig an Relevanz gewinnt. Bereits seit 2017 nutzen alle dreißig im DAX gelisteten Unternehmen die Instrumente des Content Marketing auf verschiedene Weise. Die Tendenz für den Einsatz von Content Marketing ist steigend. Das haben auch die Ergebnisse unserer Trendstudie bestätigt. Hier ist deutlich zu sehen, dass Unternehmen im Laufe des Jahres ihre Investitionen im Content Marketing deutlich steigern wollen (Details zu diesem Thema findest Du hier: Trendstudie 2020).

Fazit

Wie durch die Anfänge deutlich wird, erfolgte Content Marketing anfangs in gedruckter Form. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dieses Konzept zu einem digitalen Angebot. Content Marketing hat heutzutage einen hohen Stellenwert in der Marketing-Welt. Es adressiert potenzielle Kunden und bietet ihnen einen kostenlosen Mehrwert, welcher einen positiven Eindruck vom Unternehmen hinterlässt. Zudem erreicht es auch weitere Zielgruppen, weshalb es auf keinen Fall vernachlässigt werden sollte. Auch wenn Content Marketing viel Aufwand erfordert, zahlt sich die Mühe aus.

Mehrfachverwertung von Content – Synergieeffekte im Content Marketing schaffen

Der Vorsatz guten Content zu produzieren klingt erstmal leicht, sieht aber in der Realität komplexer aus als gedacht. Denn obwohl es sich hierbei um ein so wichtiges Thema handelt, fällt es vielen schwer, stets qualitativ hochwertige und originelle Inhalte zu bieten. Eine Effiziente Lösung für diese Problematik bietet die Mehrfachverwertung von Content. Was das genau ist und wie dies umgesetzt werden kann, erfährst Du in diesem Artikel.

 

Was ist Mehrfachverwertung von Content?

Mehrfachverwertung von Content, auch bekannt als Content Leveraging oder Content Reuse, ist eine effiziente Form aus vorhandenem Content Mehrumsätze zu generieren. Dabei handelt es sich um nichts neues, dennoch wird es nur selten von Unternehmen umgesetzt.

Vor allem mit Blick auf das B2B Business geschieht immer mehr online. Um potenzielle Leads abzufangen bietet es sich daher an, von der Digitalisierung Gebrauch zu machen und Content dementsprechend auf verschiedene Art zu distribuieren. Für jeden Kanal unterschiedlichen Content zu produzieren wäre jedoch ineffizient. In erster Linie sollten Unternehmen aus dem „Schubladendenken“ ausbrechen.  An Stelle eines Beitrags für einen Distributionskanal muss eine Strategie gewählt werden, welche Synergie-Effekte schafft.

 

Resultierende Vorteile aus dem Content Leveraging und Ziele

Allgemein bietet die Digitalisierung eine gute Grundlage für die Mehrfachverwertung. Jeglicher Content ist auf dem gleichen Trägermedium verfügbar. Alles ist digital und die einzigen Unterscheidungsmerkmale sind der Distributionskanal und der Erscheinungstermin.

Publizieren Unternehmen also Content mehrmals auf abgewandelte Weise, erlangen diese eine steigende Präsenz und Dominanz zu einem gewissen Thema. Wichtig hierbei ist, die Inhalte auf die jeweiligen Distributionskanäle und Kunden ausrichten, um auf mehreren Ebenen erfolgreich zu performen. Allgemein resultiert daraus ein längerer Lebenszyklus und das Erreichen neuer Kundengruppen bei konstant sinkendem Aufwand. Zudem wird der Fokus geschärft und die bestmögliche Performance aus dem Content rausgeholt.

 

Exemplarische Möglichkeiten zur Mehrfachverwertung von Content

Die Mehrfachverwertung von Content lässt sich an Hand verschiedener Strategien umsetzten.

Die Content Marketing Pyramide liefert hierfür einen guten Überblick. Im Zentrum bzw. an der Spitze steht hier der Core-Content (Lead-Magnet). Dieser wird mit Hilfe von Recherche und eigenem Brainstorming erstellt, welcher danach Stück für Stück in einzelne Inhaltsmodule verarbeitet wird. Dieser Prozess verlängert die Verwertungskette nochmal enorm. Im Zentrum der Content Pyramide stehen die abgeleiteten Inhalte. Hierfür eignen sich leichter zugängliche Inhalte. Den geringsten Aufwand erfordert der Micro Content, welcher beispielsweise durch Social Media Beiträge realisiert werden kann.

Im Folgenden Abschnitt findest Du eine Auswahl verschiedener Mittel, welche für die Mehrfachverwertung eingesetzt werden können:

White Paper

Unabhängig, ob es sich um ein klassisches oder interaktives Whitepaper handelt, ist dieses ein beliebtes Mittel für den Core-Content. Es stellt daher oft die Basis der Wiederverwertungskette dar und dient in erster Linie der Leadgenerierung.

Infografik

Infografiken eignen sich vor allem dafür, Daten übersichtlich und auf einen Blick verständlich zu präsentieren. Sie können entweder in weiteren Content eingebettet werden oder Content aus beispielsweise einem White Paper übersichtlich komprimieren. Zudem tragen sie häufig dazu bei, Backlinks für die Suchmaschinenoptimierung zu generieren.

Power Point

Präsentationen können in vielerlei Hinsicht verwertet werden. Eine Möglichkeit ist diese für Live- oder On-Demand Webinare einzusetzen. Sofern die Präsentation eine Wiederverwertung ist, kann diese auch als Zusammenfassung von einem White Paper oder Blogbeitrag dienen.

Blogbeitrag

Whitepaper können schnell und einfach in einen Blogbeitrag zusammengefasst werden. Hierbei ist es sinnvoll für diejenigen, die an einem tieferen Einblick interessiert sind, auf die Vollversion zu verlinken. Auch hier kann eine Infografik zur Visualisierung wiederverwertet und in den Beitrag eingebettet werden. Der Blogbeitrag muss nicht gezwungenermaßen auf der eigenen Plattform oder Homepage eingebettet sein. Eine gute Alternative ist der Gastbeitrag.

Video

Videos gewinnen innerhalb der letzten Jahre stetiges Wachstum. Jeder Deutsche verbringt laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2019 täglich im Schnitt 42 Minuten damit, Videos auf Plattformen wie YouTube anzusehen. Dem entsprechend ist dies eine ideale Möglichkeit ein Whitepaper zu vermitteln oder ein Webinar auf der Plattform hochzuladen, sofern dieses nicht mehr Live erhältlich ist.

Social Media

Social Media Posts können in diesem Fall auch als Micro-Content bezeichnet werden. Der Grund dafür ist, dass sogar ein einziger Satz aus dem Core-Content, wie ein spannender Fakt, in einem Beitrag umgesetzt werden kann. Hier ein Beispiel aus unserem Portfolio:

 

Ein Anwendungsbeispiel anhand der eMinded

Um die Prozesse zu verdeutlichen, bietet es sich an ein kurzes Anwendungsbeispiel darzulegen:

Im Rahmen unserer Spezialisierung auf das B2B Geschäft hatten wir einen Gastbeitrag bei Ryte verfasst. Dieser behandelte das Thema „12 Fakten aus dem B2B Online Marketing, die Du noch nicht kennst“. Um das Thema spezifischer darzulegen und Interessenten mehr Inhalt zu bieten, wurde daraus ein White Paper mit demselben Titel. Da die Thematik danach weiterhin großes Interesse weckte, beschlossen wir diese abgewandelt in unserem Magazin als Beitrag zu publizieren: „Rock your customers! 8 hilfreiche Tipps aus dem B2B Online Marketing“. Dieser zielte darauf ab nochmal andere Kundengruppen anzusprechen und die Inhalte nochmal explizit bei uns zu präsentieren. Letztlich wurde der Beitrag noch für eine E-Mail im Funnel genutzt.

 

Nützliche Tools

Um die Effizienz zu maximieren und einen guten Überblick über den bereits umgesetzten und geplanten Content zu behalten, bietet es sich an so manches Tool einzusetzen. Das wichtigste in diesem Fall ist der Contentplan. Dieser hilft, die Inhalte strategisch zu planen und alle wichtigen Schritte auf einen Blick parat zu haben. Eine weitere Hilfestellung ist das Tool „designrr“. Dieses bietet eine Unterstützung zur Transformation von Content für verschiedene Kanäle. Das Programm „Infogram“ ist vorwiegend nützlich für die Erstellung von Grafiken, welche sich für verschiedene Beiträge eignen.

 

Fazit

Generell lässt sich sagen, dass die Wiederverwertung von Content eine gute Lösung mit zahlreichen Möglichkeiten, Inhalte zu multiplizieren. Jedoch darf dies nicht zu übermäßiger Mehrfachverwertung verleiten. Qualität geht weiterhin über Quantität!

Des Weiteren sollte beachtet werden, nicht nur werbenden Content, sondern auch redaktionellen Content, der der Zielgruppe einen Mehrwert liefert, umzusetzen. Dies liefert somit einen Touchpoint in der Customer Journey, welche sich langfristig summieren und so später zu einem Lead oder bestenfalls einer Conversion führen.

 

 

 

Contentixx 2020 – Unsere Top-Learnings

Contentixx 2020 - Unser Recap

 

Wir von eMinded haben die Contentixx 2020 am Berliner Müggelsee besucht, um uns rund um Content auf den neuesten Stand zu bringen und mit anderen Experten auszutauschen. Unsere Top-Learnings haben wir in diesem Artikel für euch zusammengefasst.

Martin Brosy (impulsQ): Content richtig designen und den User zur Interaktion bewegen

In seinem Vortrag hat Martin Brosy gezeigt, wie Content strukturiert werden kann/muss, um unübersichtliche Textwüsten zu vermeiden.

Mit Gestaltungselementen wie Grafiken, Akkordeons oder Tabellen werden Texte entzerrt und anschaulich aufbereitet. Ein Inhaltsverzeichnis sorgt für eine gute Übersicht und eine einfache & schnelle Navigation auf der Seite. Siegel, Reviews und Nutzerzitate verleihen Trust. Und solche Elemente sind nicht schwer zu erstellen oder zu implementieren: Ein guter Pagebuilder, praktische Grafik-Tools sowie Plattformen, über welche man kostengünstig & unkompliziert die Erstellung einzelner Grafikelemente in Auftrag geben kann, sind einfach zu bedienen und liefern tolle Ergebnisse.

Martin Brosys Seite rankt übrigens aktuell auf Position 4 für das wichtigste Keyword – dieser Erfolg ist ein gutes Beispiel und Reminder dafür, dass die Contenterstellung nicht nur das Schreiben eines Textes, sondern auch dessen userfreundliche Aufbereitung beinhaltet.

Martins Präsentation findet ihr übrigens hier bei Slideshare und den Vortrag könnt ihr euch auch als Youtube-Video in Ruhe ansehen.

Gerhard Schröder (Kreative KommunikationsKonzepte): Crashkurs YouTube-Marketing

Die Teilnehmer dieser Session haben hier einen sehr guten Überblick über die wichtigsten To Dos bei der Erstellung eines Youtube-Channels, bei der Produktion und Aufbereitung von Videos sowie bei der Generierung von Channel-Abonnenten erhalten.

Elementar ist allem voran ein „aufgeräumter“ Channel, der beispielsweise durch das Anlegen von Playlists für alle Videos einer Themenreihe besonders userfreundlich ist. Ein Kanaltrailer ist ein hervorragendes Mittel, um neue Zuschauer über die Themen des Channels zu informieren und zu einem Abo zu bewegen. Durch den Verweis auf andere Kanäle gibt man der Suchmaschine einen zusätzlichen Hinweis auf die thematische Ausrichtung des eigenen Kanals. Youtube gibt den Betreibern zahlreiche Elemente für die Aufbereitung der Videos, wie Infokarten für weiteren relevanten Input oder Templates für die Abspanntafel, an die Hand. Ähnlich wie im klassischen SEO sollte man auch bei einem Youtube-Kanal auf eine gute, kanalinterne Verlinkung achten – hierfür ist beispielsweise eben erwähnte Abspanntafel bzw. das Verlinken von weiteren Videos auf den Abspanntafeln hilfreich.

Youtube ermöglicht übrigens einen guten Einblick in relevante Zahlen und Daten zu Channel-Besuchen und Videos-Views. Diese sollten regelmäßig analysiert werden, um das Verhalten der Zuschauer kennenzulernen, neue Videos dementsprechend zu konzeptionieren und bestehende Videos zu optimieren.

Britta Behrens (Piwik PRO): LinkedIn Boosting – So zündet ihr die Content-Rakete auf LinkedIn

Dass LinkedIn in der Timeline vor allem den Content von persönlichen Profilen und vergleichsweise ungern die Inhalte von Unternehmensseiten ausspielt, war das erste wichtige Learning dieses Vortrags.

Aber was kann ich tun, damit meine Beiträge möglichst viel Sichtbarkeit bekommen? Netzwerken lautet das Zauberwort – also: Nach und nach eine Community aufbauen und hierbei zählt es nicht, eine Masse an Kontakten zu sammeln. Vielmehr sollte man einigermaßen wählerisch sein und sich nicht mit jedem vernetzen, sondern vor allem mit Personen, für die der eigene Content potenziell relevant sein könnte. Positiv wirkt sich auch die eigene Aktivität in Bezug auf den Content anderer aus, also beispielsweise das Kommentieren unter den Postings.

Auch Tipps, um das eigene Profil weiter zu optimieren, wurden den Teilnehmern der Session an die Hand gegeben: Ein gut gepflegtes Profil mit Angaben zu Werdegang, Fähigkeiten etc., die Ergänzung eines aussagekräftigen Profilslogans und eine sprechende, personalisierte Profil-URL sind nur einige wenige davon. Unser Fazit: Definitiv ein spannender Einblick und zahlreiche Learnings, die man direkt in die Tat umsetzen kann.

Robin Heintze (morefire GmbH): Marketing Automation entlang der Customer Journey nutzen

Marketing Automation etabliert sich im Digital Marketing Mix nach und nach. Die passenden Argumente dafür lieferte Robin in seinem Slot. morefire arbeitet nach einem Marketing Modell, welches die folgenden Phasen beinhaltet: See – Think – Do – Care. Entsprechend der Phasen empfehlen sie unterschiedliche Kanäle einzusetzen und individuelle Ziele zu fokussieren.

Bei der Aussteuerung von Inhalten, welche exakt auf die Buyer Persona zugeschnitten sind, hilft u.a. Marketing Automation. Der digitale Sales Funnel ist das Herzstück und lebt vom E-Mail Marketing (ja, funktioniert auch in 2020 noch). Sofern man es – wie bei allen Themen im Digital Marketing – vernünftig einzusetzen weiß, gelingt es aus „Fremden“ letztendlich „Freunde“ zu machen. Alles ohne HubSpot natürlich nicht möglich.

Unser Fazit: Wer es mit der Leadgenerierung ernst meint, kommt an Marketing Automation künftig nicht mehr vorbei.

Wolfgang Jung (team digital GmbH): Storytelling 2020 – digital, emotional, nachhaltig

Wie wichtig das Thema Storytelling auch 2020 ist, machte Wolfgang Jung in seiner Session deutlich: Niemand wird durch immer gleiche Slogans davon überzeugt, ein Produkt zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen.
Essenziell für ein Produkt oder eine Dienstleistung sind Einzigartigkeit, Trust und die Geschichte, die hinter dem Produkt/der Dienstleitung steht und Emotionen transportiert. Davon lebt schlussendlich auch gutes Marketing. Demensprechend ist es immens wichtig, die USPs des Produktes herauszuarbeiten, das Mindset des Unternehmens zu präsentieren und durch eine überzeugende Story Emotionen zu transportieren.

Christoph Pawletko (SEO Küche): Viel hilft viel? Wie lang müssen/dürfen Texte sein?

Besonders in hart umkämpften Branchen platzieren viele SEOs recht umfangreiche Texte – aber hilft viel auch wirklich viel? Dieser Frage ist Christoph Pawletko in seiner Session nachgegangen. Ergebnis: Ja, viel Content in Form von holistischen Landingpages kann das richtige Mittel sein, solange die Textlänge zum entsprechenden User Intent bzw. Informationsbedürfnis passt und einzigartig ist.

Doch zu viel Content kann mitunter auch zu echten Rankingproblemen und sogar einer Abstrafung führen: Um für lokale Suchanfragen in mehreren Städten Sichtbarkeit zu erlangen, ist es gängige Praxis lokale Landingpages zu erstellen. Hierbei wird pro Stadt eine Landingpage erstellt, einige wenige Inhaltsbausteine auf all diesen Landingpages sind identisch und die Seiten verlinken auf ein und dieselbe Anfrageseite. Die Gefahr: Eine Abstrafung durch Google, Rankingverlust und Trafficeinbruch. Der Grund: Solche Landingpages können als sog. Brückenseiten mit teilweise identischem Inhalt und wenig Mehrheit bewerten werden, die alle dazu dienen, den User auf ein und dasselbe Angebotsformular weiterzuleiten. Diese Problematik veranschaulichte Christoph anhand eines Praxisbeispiels, wodurch einmal mehr deutlich wurde, dass einzigartige Inhalte mit echtem Mehrwert das A und O für erfolgreiches, nachhaltiges SEO sind. Und: Manchmal ist weniger einfach doch mehr.

Raffael Schulz (Chrono24 GmbH): Content Audit – Das ROI-Wunder

Besonders spannend und aufschlussreich war die Session von Raffael Schulz, der einen detaillierten, praxisnahen Vortrag zum Thema Content Audit hielt.

Welche Vorgehensweise empfiehlt sich? Zunächst einmal sollte man sich einen Überblick zum bestehenden Content verschaffen – beispielsweise per Screaming Frog-Crawl. Jede Seite muss nun individuell geprüft und bewerten werden – dabei ist die Einteilung in folgende Kategorien sinnvoll:

  1. Aufwerten und überarbeiten
  2. Belassen
  3. Kombinieren, d.h. beispielsweise zwei Seiten mit ähnlichem Content auf einer Seite zusammenführen
  4. Deindexieren bzw. Löschen

Metriken, die man sich bei dieser Kategorisierung ansehen sollte, sind vor allem der Mehrwert des Contents, die Backlinks der entsprechenden Seite sowie Trafficdaten, wie die Verweildauer oder Absprungrate. Was nun folgt, ist die Priorisierung der To Dos – hier empfiehlt es sich, zunächst die sog. low hanging fruits zu bearbeiten – sowie die Optimierung der Inhalte an sich.

Doch was verspricht die doch recht aufwendige Überarbeitung von Content? Die Inhalte sollen für den User (noch) ansprechender gestaltet werden, also beispielsweise inhaltlich auf den aktuellen Stand gebracht werden. Ungenutzte Keywordpotentiale können aufgedeckt und weitere relevante Rankings gewonnen werden, die den Traffic auf der Domain steigern. Alte SEO-Sünden in Form von Texten, die mit unnötig vielen Keywords gespickt sind und daher nicht mehr für den User relevant sind, werden identifiziert und entfernt, um kein unnötiges Crawlingbudget zu verschenken.