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Linkbuilding im Jahr 2016 – keine Links sind auch keine Lösung

Was haben Coca-Cola und Google gemein? Beide hüten ihre Rezeptur wie ein Staatsgeheimnis. Der Brausehersteller aus Atlanta seine Zutaten, der Suchmaschinengigant aus dem Silicon Valley hingegen die Gewichtung seiner Rankingfaktoren. Trotz größter Vorsichtmaßnahmen der Konzerne gelangen hin und wieder, gewollt oder nicht, Hinweise an die Öffentlichkeit, welche von dieser dann heiß diskutiert werden.

Insbesondere Google mit seinen Rankingkriterien bietet hier großen Raum für Spekulationen. Webmaster haben diese natürlich ständig im Blick und versuchen darauf zu reagieren.

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Zu ihrem Bedauern müssen Sie jedoch ein um das andere Mal feststellen, dass ihre Bemühungen keine signifikanten Verbesserungen der SERPs bewirken. Schuld daran ist oftmals die vernachlässigte Off-Page-Optimierung.

Vor allem Linkbuilding hat einen schweren Stand, nicht zuletzt weil das SEO-Instrument in der Vergangenheit für zahlreiche Google Penalties verantwortlich gemacht wurde. In der Regel lag der Fehler aber nicht beim Werkzeug, sondern bei dessen Benutzer.

Die Tendenz der zunehmenden Ablehnung von Backlinks wird vor allem bei einer Nachfrageanalyse in Google Trends deutlich. Während das Content Marketing in den letzten Jahren einen starken Aufschwung erlebte, verloren Backlinks an Bedeutung.

Trotzdem hat Linkbuilding im Online Marketing nach wie vor einen großen Stellenwert. Der Verzicht auf diese Maßnahme beeinträchtigt nicht nur das organische Ranking, sondern verhindert auch die Akquise potentieller Leser und Kunden.

Warum das so ist und wie ihr effizientes Linkbuilding – ohne Abstrafung durch Google – betreiben könnt, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Linkbuilding – die Geschichte dahinter

Damit man verstehen kann, weshalb Linkbuilding immer noch von solch großer Relevanz ist, muss man sich mit dessen Ursprung befassen. Dieser ist bei BackRub, dem Vorläufer Googles zu finden.

Larry Page und Sergey Brin waren Mitte der 90er Jahre auf der Suche nach einem passenden PageRank-Kriterium für ihren Dienst, welches die Qualität der indexierten Seiten bewertete.

Sie kamen schließlich zu der Auffassung, dass eine hohe Anzahl an Backlinks das aussagekräftigste Attribut für eine gute Webseite sei.

Eine Verlinkung ist schließlich nichts anderes als eine Empfehlung des Verlinkenden an den Nutzer, die verknüpfte Seite zu besuchen. An dieser Tatsache hat sich bis heute nichts geändert und sollte immer im Hinterkopf behalten werden.

Die damalige Entscheidung Pages und Brins ist durchaus nachvollziehbar. Mit zunehmendem Erfolg der Suchmaschinen, allen voran natürlich Google, entwickelten viele Webmaster und SEO Spezialisten raffinierte Strategien um den dominierenden Rankingfaktor der Backlinks maximal auszunutzen.

Es entstanden Tausch- und Verkaufsplattformen für Links. Diese Entwicklung sollte nicht ohne Folgen bleiben.

Google zeigte sich über den ausufernden Linkhandel besorgt und beschloss infolgedessen Maßnahmen zu ergreifen, um einen weiteren Missbrauch zu verhindern.

Die Rankingfaktoren wurden unter strengster Geheimhaltung erweitert, die gefürchteten Penalties ein- und Updates wie Google Penguin durchgeführt.

Was bedeutet das für uns? Ist der Einsatz von Linkbuilding generell schädlich? Nein, auf keinen Fall. Im März diesen Jahres teilte der Search Quality Senior Strategist Andrey Lipattsev von Google mit, dass Content wie auch Links nach wie vor die wichtigsten aller Rankingkriterien seien.

Berits 2015 veröffentlichte Moz eine Umfrage zu eben diesem Thema. 150 Marketing Experten wurden nach ihrer Meinung gefragt, welche Rankingfaktoren wohl den größten Einfluss auf die SERPs hätten. Die ermittelten Ergebnisse stimmen mit der Aussage Lipattsevs überein.

Der aktuelle Stand der Dinge – welche Bedeutung haben Backlinks im Moment?

Die Versuchung auf Linkbuilding zu verzichten ist selbstverständlich groß. Die Hürden erscheinen schließlich riesig: viele Linkfarmen haben inzwischen das Handtuch geworfen, Die Forenteilnehmer und Blogger sind in den Social Media Raum abgewandert und die Gefahr eines Penaltys ist allgegenwärtig.

Dennoch wäre es töricht, die Bemerkung Lipattsevs zu ignorieren. Nach seiner Aussage sind guter Inhalt und starke Backlinks essentiell um Spitzenpositionen im generischen Ranking zu erreichen. Wer sich dem verwehrt, wird über kurz oder lang den Anschluss verlieren.

Wer clever ist, profitiert sogar von Freiräumen, die durch die Neinsager-Fraktion entstehen. Der Linkaufbau darf nämlich nicht isoliert als SEO-Instrument betrachtet werden. Gute Backlinks auf seriösen Seiten bieten nebenbei die fantastische Möglichkeit neue Interessenten anzusprechen. Ziel ist es, die Links als Mehrwert für den Seitenbesucher darzustellen.

Der Leitgedanke von heute muss folglich lauten: „Klasse statt Masse!“. Qualitativ hochwertige, themenrelevante Verlinkungen, die vom Internetnutzer auch als diese erkannt werden, sind die eigentlichen Gewinnbringer – ebenso für die SERPs.

Die Umsetzung dieser Idee in die Realität erfordert selbstredend sehr viel Arbeit und Zeit. Wer jedoch bereit ist, diese Ressourcen zu investieren, wird mit Sicherheit belohnt.

Wir möchten euch vier Ansätze mit auf den Weg geben, um euch den ersten Schritt in die richtige Richtung zu erleichtern:

1. Guter Content wird gerne geteilt. Die besten Links sind die, die ohne euer Zutun zustande kommen.

Im Zuge der OnPage-Optimierung ist es deshalb wichtig, Content zu schaffen, der durch eure Leser weiter verbreitet wird.

Das können beispielsweise ansprechende Texte sein, Infografiken oder Videos. Beantwortet folgende Frage und richtet an der Antwort euren Content aus: „Was gefällt meiner Zielgruppe?“

2. Erfolgreiches Linkbuilding baut auf einem soliden Netzwerk innerhalb eurer Branche auf.

Knüpft Kontakte mit Seitenbetreibern, die für mögliche Kooperationen in Frage kommen. Nutzt die Plattform des jeweils anderen um Gastbeiträge zu schreiben, euch zu präsentieren und gemeinsame Projekte zu starten.

Achtet jedoch darauf, stets euren Mehrwert in den Fokus zu stellen. Nur Links auf der Partnerseite zu platzieren ist kontraproduktiv und vertreibt die Seitenbesucher – von beiden Webseiten.

3. Social Media Plattformen ermöglichen die Bekanntheit zu steigern.

Facebook, Twitter und Co. sind die Foren von heute. Nutzt die Dienste um eure Beiträge zu publizieren und mit anderen Mitgliedern zu interagieren.

Blogger oder andere Internetseiten werden auf euch aufmerksam und nutzen euch als mögliche Quelle mit entsprechenden Verlinkungen für ihre eigenen Posts.

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4. Nutzt die Chance des Broken Linkbuilding.

Begebt euch auf die Suche nach defekten Verlinkungen in Beiträgen, die zu eurem Thema passen.

Existiert die verlinkte Seite nicht mehr, könnt ihr adäquaten Content produzieren und den jeweiligen Webmaster darauf aufmerksam machen. Im Idealfall ersetzt er den defekten durch euren Link. Mit Broken Linkbuilding profitieren beide Seiten und nebenbei hat man einen neuen Kontakt geknüpft.

Wo geht die Reise hin? – ein vorsichtiger Blick in die Zukunft

Die vielfach kolportierte Behauptung Backlinks wären SEO-Schnee von gestern ist durch Google selbst ausgeräumt worden. Heißt das im Umkehrschluss, dass wir langfristig mit diesem Rankingfaktor planen können?

Es spricht zumindest vieles dafür. Backlinks sind im PageRank-Algorithmus Googles nach wie vor mitentscheidend und werden dies auch weiterhin sein. In absehbarer Zeit wird sich daran nichts ändern.

Google startete in der jüngeren Vergangenheit zwar verschiedene Pilotprojekte, in welchen die Forschenden Backlinks als Rankingkriterium ausschlossen oder herabstuften, mussten jedoch feststellen, dass die daraus resultierenden Rankingergebnisse deutlich schlechter ausfielen als zuvor.

Das vielversprechendste Projekt dürfte hier noch Knowledge-Based Trust sein. Weil Backlinks besonders gut für Manipulationen geeignet sind, versucht Google mit der neuen, innovativen Methode die Vertrauenswürdigkeit von Seiten zu ermitteln. Dabei werden veröffentlichte Fakten auf ihre inhaltliche Korrektheit mit einer Datenbank abgeglichen. Je niedriger die Fehlerquote ausfällt, desto höher das Vertrauen und dementsprechend das Ranking.

Es gilt also wachsam zu sein. Man muss davon ausgehen, dass Google in diesem Bereich weiter experimentiert und eines Tages Backlinks zu Gunsten von Knowledge-Based Trust als Rankingkriterium herabstufen könnte. OnPage-Inhalte würden dann an Bedeutung gewinnen.

Bis das neue Konzept allerdings die nötige Marktreife erlangt, dürfte noch viel Wasser den Berg hinunter fließen. Das Linkbuilding deswegen voreilig einzustellen, wäre ein großer Fehler.

FAZIT:

Gute Backlinks gehören nach Aussage Googles immer noch zu den gewichtigsten Rankingfaktoren überhaupt. An dieser Tatsache wird sich bis auf Weiteres auch nichts ändern.

Der Suchmaschinengigant stellt zwar verschiedene Versuche an, die Linkstärke als Indikator für die Seitenqualität herabzusetzen, bisher jedoch ohne nennenswerten Erfolg.

Wer in den generischen Suchergebnissen vorne mit dabei sein möchte, kommt folglich am Linkaufbau nicht vorbei. Dabei sollte stets die Richtlinie gelten: „Qualität vor Quantität“.

Wertvolle Verlinkungen werden von Google als solche auch erkannt und entsprechend belohnt. Daneben fördern sie die Reputation und locken Interessenten auf die eigene Seite.

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